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Presse
21.09.2017, 13:21 Uhr | MAZ - Ruppiner Tageblatt 21.9.2017 / Andreas Vogel
Die Familie ist sein größtes Hobby
Überraschend gewann Sebastian Steineke, der der Liebe wegen von Hamburg nach Neuruppin zog, vor vier Jahren das Direktmandat in der Region für den Bundestag – nun will er es verteidigen
Neuruppin. Sebastian Steineke tanzt auf drei Hochzeiten gleichzeitig: Der Rechtsanwalt ist Stadtverordneter in Neuruppin, Chef der CDU Kreistagsfraktion in Ostprignitz-Ruppin und Bundestagsabgeordneter.
Gleichwohl fehlt er kaum mal bei einem Termin. „Der Aufwand ist hoch“, räumt der 44-Jährige ein, der 2004 der Liebe wegen von Hamburg nach Neuruppin
gewechselt ist. Doch Steineke hält ihn aus – und für gerechtfertigt. Er wolle
wissen, wie sich Beschlüsse, die der Bundestag fällt, in den Kommunen auswirken, sagt er. Zudem könne er sich auf seine Mitstreiter verlassen. Hinzu
kommt, dass er ein sogenannter Heimschläfer ist. Er braucht kein Zimmer in Berlin, sondern kann abends nach den Sitzungen des Bundestages wieder nach Hause fahren, zu seiner Frau, die Richterin am Amtsgericht Neuruppin ist, und den zwei Kindern – oder eben zu Terminen. „Das ist ein großer Vorteil", sagt Sebastian Steineke, der die Familie als „sein größtes Hobby“
bezeichnet. Politik, Geschichte und Rechtspolitik hatten es Steineke zwar schon in seiner Jugend angetan. Gleichwohl ließ sich der HSV-Fan, der als Sechsjähriger sogar einmal Franz Beckerbauer die Hand schütteln durfte, Zeit mit seinem Einstieg in die Politik. Erst als Ole von Beust im Herbst 2001 überraschend Regierender Bürgermeister von Hamburg wurde und damit die langjährige SPD-Hochburg für die CDU einnahm, trat Steineke bei den
Christdemokraten ein. Der „andere Politikansatz“ des CDU Mannes von Beust hatte ihn beeindruckt. Nach seinem Umzug nach Neuruppin wollte Steineke in die Kommunalpolitik einsteigen. Es waren damals schwierige Zeiten für die lokale CDU. Die Partei war verstrickt in den Skandal um die sogenannte
XY-Bande. Diese betrieb in und um Neuruppin jahrelang organisierten
Drogenhandel und illegales Glücksspiel – der Bandenchef Olaf Kamrath war CDU-Mitglied und saß für die Partei sogar einige Zeit in der
Stadtverordnetenversammlung. Steineke ließ sich davon nicht abschrecken.
„Ich wollte zeigen, dass es anders geht“, dass es in der Kommunalpolitik stets um das Beste für die jeweilige Gemeinde gehen sollte. 2011 wurde Steineke Mitglied des Kreistages, da Lothar Regulin aus Altersgründen sein Mandat abgab. Bei den Kommunalwahlen 2014 wurde der Rechtsanwalt in die
Stadtverordnetenversammlung gewählt und übernahm im Kreistag den Posten des CDU-Fraktionschefs. Zuvor hatte er überraschend im September 2013 das Direktmandat für den Bundestag in der Region gewonnen und sich dabei gegen Dagmar Ziegler (SPD) und Kirsten Tackmann (Linke) durchgesetzt.
Seitdem versucht Sebastian Steineke, auch auf Bundesebene das Beste für die Region zu bewerkstelligen – auch wenn er nur einer von 309 Abgeordneten der CDU/CSUFraktion im Bundestag ist.
Der Neuruppiner ist froh, dass die Autobahn A 24 vom Dreieck Havelland
sechsstreifig bis zum Abzweig Neuruppin ausgebaut wird, zufrieden ist er damit aber nicht. Er hätte den sechsstreifigen Ausbau gern bis zum Abzweig Wittstock. Dafür will er in der kommenden Legislaturperiode kämpfen. Dass das nicht einfach wird, weiß Steineke. Immerhin sind schon jetzt die Kosten enorm. Die Rede ist von einem dreistelligen Millionenbetrag, und bis zum Abzweig Wittstock wären es noch einmal gut 35 Kilometer. „Man muss schneller sein als andere“, sagt Steineke. Er versteht sich als Werber für die Region und hat schon viele Parteifreunde in die Prignitz und das Ruppiner Land geholt. Im Januar kam sogar der scheidende Bundestagspräsident Norbert Lammert als Festredner zum Neujahrsempfang der Christdemokraten nach Neuruppin. Am Montag läutete Kanzleramtschef Peter Altmaier im Resort Mark Brandenburg den Schlussspurt für den regionalen Wahlkampf der CDU ein. Bei all seinem Engagement ist
Sebastian Steineke eines jedoch nicht gelungen: Dass in Neuruppin eine Bundeseinrichtung angesiedelt wird. Dieses Versprechen der Regierung von CDU/CSU und SPD war 2012 überraschend gekippt worden. Da saß Steineke noch nicht im Bundestag.