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Presse
26.09.2017, 11:31 Uhr | MAZ - Dosse-Kurier 26.9.2017
Drei Abgeordnete vertreten die Region
Richtige Freude kommt jedoch bei keinem der gewählten Volksvertreter auf
Neuruppin. Der Nordwesten Brandenburgs ist wieder gut im Bundestag
vertreten. Schaffen doch sowohl Sebastian Steineke (CDU) als auch Dagmar Ziegler (SPD) und Kirsten Tackmann (Linke) den Wiedereinzug ins Deutsche Parlament. Gleichwohl war auch gestern die Stimmung bei den drei Politikern
gedämpft – wegen des Wahlerfolgs der Alternative für Deutschland (AfD). Ganz unerwartet kam es für SPD Frau Ziegler nicht, dass sie dem CDU-Mann Steineke im Kampf um das Direktmandat unterlegen war. Man könne mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein, sagte sie, obwohl das Zweitstimmenergebnis der SPD im Wahlkreis 56 vergleichsweise nicht so schlecht ist. Ziegler ist froh, weiter im Bundestag arbeiten zu können. Ansonsten sei in ihrer Fraktion noch völlig offen, wer welche Funktion übernehme – also auch, ob sie Parlamentarische Geschäftsführerin bleibt. Klare Kante verspricht Ziegler hingegen in Sachen AfD, deren Vertreter man „demaskieren“ müsse. Das hört Kirsten Tackmann (Linke) gern, die wie Ziegler über die Landesliste wieder in den Bundestag einzieht. Allerdings ärgert sich Tackmann, dass die SPD zu Jahresbeginn den Trialog mit Linken und Grünen abgebrochen hat, um „ein
antifaschistisches Bündnis“ gegen die AfD zu schmieden. Das Bündnis hätte eine Alternative sein können, glaubt Tackmann. „Wir brauchen ein breites gesellschaftliche Bündnis gegen Hetze.“ Tackmann verwies auf den Erfolg, den das parteiübergreifende Bündnis gegen die militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide erzielt hat. „Davon sollten wir lernen.“ Tackmann sieht
ihre Aufgabe als Bundestagsabgeordnete darin, die Menschen zu motivieren,
„die abgehängt sind und gar nicht wählen“. Zwar ist die Wahlbeteiligung auch im Nordwesten des Landes gestiegen, und zwar um fast fünf Prozent auf 68,3 Prozent. Das heißt aber auch, dass mehr als 30 Prozent der Wahlberechtigten
nicht abgestimmt haben.
Das gibt ebenfalls Sebastian Steineke (CDU) zu denken. „Da ist noch viel Luft nach oben.“ Denn in allen neun anderen Bundestagswahlkreisen in der Mark lag die Wahlbeteiligung höher, in den meisten bei über 70 Prozent. Lediglich
im Wahlkreis 60, der die Stadt Brandenburg sowie Teile von Potsdam-Mittelmark, Havelland und Teltow-Fläming umfasst, wurde die 70-Prozent-Marke ebenfalls verpasst – mit einer Wahlbeteiligung von 69,9 Prozent. CDU-Mann Steineke war mit seinem Ergebnis ganz zufrieden. Schließlich hatte er mit 36 483 Stimmen gut 2200 mehr erzielt als vor vier Jahren. Nur das Ergebnis der AfD, die im Wahlkreis 56 auf 22 185 Zweitstimmen kam – und damit ihren Anteil im Vergleich zu 2013 fast verfünffachen konnte – schmerzte ihn. Gleichwohl war AfD-Mann Michael Nehls mit dem bundesweiten Ergebnis für seine Partei nicht ganz zufrieden. „Ich hätte noch auf ein paar mehr Stimmen gehofft“, sagte der selbstständige Versicherungsmakler. Die AfD hatte bundesweit knapp 13 Prozent der Stimmen geholt. „Der Merkel-Effekt hält noch an“, sagte Nehls gestern. Er hatte im Wahlkreis 56 mit 18 Prozent (das sind 21 295 Stimmen) Kirsten Tackmann von Platz drei verdrängt, die sich mit Rang vier (17,6 Prozent, das sind 20 849 Stimmen) begnügen musste. Wie US-Präsident Donald Trump geht Nehls davon aus, dass es einen von Menschen gemachten Klimawandel nicht gibt. Die-Partei-Kandidat
Corvin Drößler, der schon in der neunten Klasse eine Facharbeit über den Klimawandel geschrieben hat, bot Nehls deshalb seine Beraterdienste an. „Diese Möglichkeit, seine Meinung zu überdenken, hat er leider nicht angenommen“, sagt Drößler. Der 18-jähriger Walslebener selbst ist mit seinem Wahlergebnis durchaus zufrieden. Mit 1,3 Prozent der abgegebenen Stimmen
schnitt er besser ab als der Kandidat der Freien Wähler, der MLPD und
Einzelbewerber Mario Borchert. „Mein Ziel, nicht Letzter zu werden und die anderen ein bisschen zu ärgern, habe ich erreicht.“ Martin Wandrey (Grüne/B 90) ist mit dem Ergebnis „super zufrieden“, auch wenn es für den Einzug in den Bundestag für ihn nicht gereicht hat. „Das Ergebnis hat gezeigt, dass wir mehr Stimmen holen konnten, als uns in Kommentaren zuvor zugetraut worden war.“ Sein Engagement als Direktkandidat sei ohnehin nur „Makulatur“ gewesen, so Wandrey. Vielmehr gehe es ihm darum, die Inhalte zu transportieren. In den nächsten Tagen solle das Ergebnis näher ausgewertet werden, „um herauszufinden, was wir im Wahlkampf künftig daraus lernen
können“. Martin Wandrey hatte als Direktkandidat 3543 Stimmen geholt, das sind genau drei Prozent. Bei den Zweitstimmen kamen die Bündnisgrünen sogar auf 3,6 Prozent. av/ba/fh/bj