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18.06.2015, 10:44 Uhr | Der Prignitzer 18.6.2015 / Benjamin Lassiwe
CDU will mehr Praktika in Schulen
Gordon Hoffmann will für jede Schule einen Partner / Ministerium kündigt Konzept zur Berufsorientierung für den Herbst an

Brandenburgs CDU will die Berufsvorbereitung von Schülern verbessern. Auf Initiative des Prignitzer Bildungspolitikers Gordon Hoffmann beschloss die CDU-Fraktion im Landtag ein Positionspapier, dass angesichts des Fachkräftemangels und von 1000 unbesetzten Ausbildungsplätzen eine verbesserte Berufsorientierung für Jugendliche fordert. „Umso früher das Berufsleben in der Schule eine Rolle spielt, umso früher erkennen die Kinder und Jugendlichen ihre Chancen in der regionalen Wirtschaft“, sagte Hoffmann. Die CDU wolle dabei vor allem auf Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen setzen. Vielerorts gebe es bereits erfolgreich laufende Schulpartnerschaften von Betrieben.

Im ländlichen Raum, etwa in der Prignitz oder der Uckermark, wo es weniger Unternehmen gebe, könnten auch Oberstufenzentren den Schulen bei der Vermittlung ihrer Schüler etwa in Praktika behilflich sein. Oberstufenzentren sollten zu „regionalen Kompetenzzentren für Berufsorientierung“ werden und Oberschulen bei Organisation und Durchführung der Praktika Unterstützung anbieten, schwebt Hoffmann vor.

„Idealerweise hat jede Schule am Ende Partner aus den unterschiedlichsten Bereichen, etwa eine Bank als Beispiel für kaufmännische Berufe, oder ein Pflegeheim für die Sozialberufe.“ Zudem sollte jede Schule einen Lehrer haben, der vorwiegend für die Berufsorientierung der Schüler verantwortlich zeichnet und dafür auch vom übrigen Unterricht freigestellt wird. Ab der 7. Klasse sollten jährlich Betriebspraktika in den Schulen stattfinden.

Während die CDU-Landtagsfraktion ihr Papier bereits fertig hat, arbeitet auch das Potsdamer Bildungsministerium an einem Konzept für die berufliche Bildung von Schülern. Wie Minister Günter Baaske (SPD) bei einer Veranstaltung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung sagte, solle es voraussichtlich im Herbst fertiggestellt werden. Ihm sei es wichtig, so Baaske, dass die Berufs- und Studienorientierung künftig noch stärker integraler Bestandteil des Schulalltags wird und der Nutzen des Praxislernens von den Lehrkräften erkannt und gelebt wird.“

Zudem solle im August ein neues Förderprogramm mit dem Namen „Initiative Sekundarstufe I (INISEK I)“ starten. Es soll der gezielten Berufs- und Studienorientierung dienen und dazu beitragen, die Ausbildungsfähigkeit der Schüler der Klassen 7 bis 10 an Ober-, Gesamt- und Förderschulen „Lernen“ zu verbessern und die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss weiter zu senken. Dafür stehen dem Land nach Angaben des Ministeriums bis zum Jahr 2021 fast 38 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Brandenburg zur Verfügung.

Benjamin Lassiwe