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14.07.2015, 12:23 Uhr | MAZ - Prignitz-Kurier 14.7.2015 / Beate Vogel
430 Meter von den ersten Häusern entfernt
Bürger von Kribbe wollen sich gegen geplanten Windrad-Standort wehren
Kribbe – Rund 25 Einwohner aus dem Karstädter Ortsteil Kribbe und den Gemeindeteilen Neuhof und Karwe haben sich am vergangenen Samstag zu einer Diskussion in Sachen Windenergie getroffen. Ortsbürgermeister Wolfgang Kuhert hatte aber nicht nur die Anwohner, sondern auch die
Landtagsabgeordneten Thomas Domres (Linke), Holger Rupprecht (SPD) Gordon Hoffman (CDU) sowie den Karstädter Bürgermeister Udo Staek eingeladen. Kern des Treffens war der geplante Bau einer weiteren Windkraftanlage in direkter Nachbarschaft des Ortes. Seit dem Jahr 2000 wurden im Windpark Kribbe nach und nach von verschiedenen Investoren
17 Windkraftanlagen errichtet, die eine Gesamthöhe zwischen knapp 100 und 150 Metern haben. Jetzt soll laut Ortsvorsteher Kuhert ein weiteres Windrad gebaut werden – mit einer Höhe von rund 200 Metern. „Wir wollen uns nun gegen die Lärmbelästigung wehren“, erklärte Kuhert. Vor allem deshalb, weil dieses Windrad dicht an der Wohnbebauung entstehen soll.
Symbolisch haben die Kribber am geplanten Standort eine Stange in den Acker gestellt. Die Kritik: „Der Abstand zur geplanten Windkraftanlage wird seltsamerweise vom Mittelpunkt des Ortes gemessen, nicht vom Rand“, erklärt der Ortsvorsteher. Dass damit die ersten Häuser am Dorfrand laut Kuhert nur 430 Meter von der Anlage entfernt wären, werde überhaupt
nicht berücksichtigt. Ein weiterer Diskussionspunkt war laut Kuhert der Naturschutz: „Der Mensch hat ja da eine geringere Bedeutung.“ Die Kribber hatten sich gefreut, dass sich nach vielen Jahren wieder ein Storchenpaar
im Ort angesiedelt und auch Junge großgezogen hatte.
Der Horst stünde in einer Entfernung von 850 Metern zum geplanten
Windrad, sagt Kuhert. Nun befliege ein Storch zur Nahrungssuche einen Radius von 1000 Metern. „Eine Erhebung besagt aber, dass dieser Storch nicht in Richtung des künftigen Windrades fliegt“, berichtet der Kribber Ortsvorsteher konsterniert. Das Gutachten stamme vom Landesumweltamt, das gestern für eine Stellungnahme leider nicht zu erreichen war. Dabei habe Kuhert selbst erst kürzlich gleich drei Störche in der Nähe eines Windrades gesehen, nachdem dort der Stoppelacker umgebrochen worden war. Von den Kommunalpolitikern hatte nur die SPD einen Vertreter gesandt: Marcel Elverich, Büroleiter des Landtagsabgeordneten Holger Rupprecht. „Wir werden uns schriftlich an das Landesumweltamt und an die Planungsbehörde wenden und fragen, wie der konkrete Sachstand ist“, informierte er gestern. Er hatte am
Sonnabend jedenfalls den Eindruck, dass er es nicht „mit lauter Windkraft-Gegnern zu tun hatte“, sagte der Büroleiter. Das Ergebnis der Anfragen von Rupprecht werde er dann dem Kribber Ortsbürgermeister zur Verfügung stellen,
sagte Elverich. „Wir können aber nichts versprechen“, betonte er.