CDU - Kreisverband Prignitz
Besuchen Sie uns auf http://www.cdu-prignitz.de

DRUCK STARTEN


Pressearchiv
18.02.2016, 10:03 Uhr | Der Prignitzer 18.2.2016 / Carlo Ihde
Klassengrößen in der Prignitz steigen
Bildungsausschuss will mehr Lehrerstellen für Integration der Flüchtlingskinder
PERLEBERG Aktuell werden 259 Kinder von Asylbewerbern in der Prignitz beschult. Diese Zahlen nannte Harald Schmidt vom Landesamt für Schule und Lehrerbildung auf der jüngsten Tagung des Kultur- und Schulausschusses
des Kreistags. Daraus leiteten die Ausschussmitglieder ihre Kernfrage ab: Welche Auswirkungen haben die steigenden Flüchtlingszahlen auf die Klassenverbände? Schmidt erklärte, dass alle zwei Monate die Kinderzahlen
bei den Schulen abgefragt werden, weil das Land ein großes Interesse habe, den Status der einzugliedernden Kinder genau zu erfassen. „Diese haben einen Anspruch auf Unterricht. Und noch können wir die Integration in Regelklassen gewährleisten“, sagte Schmidt. Da die Asylbewerberzahlen
weiter steigen, befürchten die Ausschussmitglieder, dass die Integration in Regelklassen die Schülerzahl pro Klasse so sehr erhöht, dass an einen Unterricht im Sinne aller Schüler nicht mehr zu denken ist. „Was die Kapazitäten an unseren Schulen angeht: Die sind da“, betonte Danuta
Schönhardt, Leiterin Geschäftsbereich Bildung und Jugend beim Landkreis.
Doch man brauche mehr Lehrer und neue Klassen. Bildungsexperte
Gordon Hoffmann betonte: „Der Nachtragshaushalt sieht eine Stellenaufstockung vor. Kommt die Stellenaufstockung, dann sollten wir einen Puffer an Lehrkapazität an bestimmten Standorten vorhalten.“ Ausschussmitglied Torsten Diehn sagte zu Harald Schmidt: „Ich weiß, was Sie wollen, und ich sage Ihnen, dass es so nicht geht. Ich fordere
dringend, dass in das Gesamtsystem Schule ein Puffer reinkommt. Einfach
die Klassen aufzustocken, bis es irgendwann 34 Schüler pro Verband sind, das funktioniert nicht.“
Schmidt entgegnete: „Wir können den Flüchtlingskindern nicht sagen: Kommt bitte zum Schuljahresanfang. Sie kommen auch innerhalb des Jahres. Und bestehende Klassenverbände sollten aus pädagogischen Gründen nicht zerschlagen werden. Die Lösung kann nur sein, dass wir extra Schulklassen
schaffen. Dazu muss aber der Stellenrahmen angepasst werden. Der ist im Moment auf den Tag genau fixiert. Das Gesamtsystem zu erweitern geht nur schrittweise. Und das dauert seine Zeit.“ „Wir müssen davon ausgehen, dass die vollzeitschulpflichtigen Jugendlichen den Landkreis nicht verlassen, weil sie mit ihren Eltern ja hierher geschickt wurden. Dadurch werden sie für uns zu einer Planungsgröße“, erläuterte Schmidt. Aus den Daten über schulpflichtige
Flüchtlingskinder in den Kreisen und an Schulen sowie den Klassenstärken leite
das Ministerium die Stellenplanung ab. „Ohne zusätzliche Klassenbildungen haben
die Schülerzahlen pro Klasse zugenommen. Aber die obere Bandbreite wurde bisher nicht überschritten“, versichert er. Carlo Ihde