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18.03.2014, 06:54 Uhr
CDU und Bauernbund lehnen Kreisreform völlig ab
„Unausgegorenes Konzept“ ließe Kaufkraft abwandern und Arbeitsplätze verschwinden
Lennewitz – Das Zusammenlegen von Landkreisen lehnt die Prignitzer CDU rundheraus ab. Damit befindet sich die Partei auf einer Linie mit dem Bauernbund. Folgerichtig besuchten gestern Landratskandidat Andreas Giske und Landtagsabgeordneter Gordon Hoffmann zwei Spitzenfunktionäre der bäuerlichen Interessenvertretung. Sehr weit brauchten sie nicht zu fahren, denn sowohl Präsident Karsten Jennerjahn als auch Geschäftsführer Reinhard Jung wohnen in der Prignitz – Ersterer in Schrepkow, Letzterer in Lennewitz.
Andreas Giske mit Reinhard Jung und Karsten Jennerjahn bei der Betriebsbesichtigung
Gegen die Interessen der Bauern und eigentlich aller Bürger in der Prignitz würde ihrer Ansicht nach mit einer Kreisgebietsreform verstoßen. Folgerichtig lehnen sie die Reformpläne der Landesregierung rundheraus ab. „Jede Fusion schwächt die ländlichen Regionen, indem gut bezahlte Arbeitsplätze und damit Kaufkraft in Richtung Potsdam zentralisiert werden“, sagt Karsten Jennerjahn. Im Übrigen verstünden die Mitarbeite der Kreisverwaltung in Perleberg die Probleme und Interessen der Bauern besser, „als wenn irgendwo in Potsdam am grünen Tisch entschieden wird“, wie Reinhard Jung ergänzte.

Andreas Giske und Gordon Hoffmann sehen das ganz ähnlich. „Es wird immer nur diskutiert, wie die Kreisgebietsreform umzusetzen wäre, aber ob sie überhaupt nötig ist und welchen Nutzen sie bringen soll, konnte mir noch keiner erklären“, sagte Gordon Hoffmann. Karsten Jennerjahn sieht im Verlust des Kreisstadtstatus’ von Perleberg „eine Katastrophe“.

Landratskandidat Andreas Giske erklärte, „wir müssen jetzt Druck in dieser Angelegenheit machen und uns Verbündete suchen. Noch haben wir Vorlauf, noch ist etwas Zeit.“ Allerdings müssten die Weichen vor den Wahlen gestellt werden, darin waren sich Bauern und CDU-Politiker einig. Den Wittenberger Gymnasialdirektor, der Prignitzer Landrat werden möchte, regt vor allem auf, dass mit „aus der Luft gegriffenen Zahlen eine Reform begründet werden soll, deren ganzes Konzept nicht nur unausgegoren sondern schlichtweg überflüssig“ ist. „Wir haben seit zehn Jahren keine 100 000 Einwohner mehr, und die Verwaltung kommt damit klar“, ergänzte Gordon Hoffmann.

Der Bauernbund möchte, sozusagen im Gegenentwurf zur Politik der Landesregierung sogar, dass erstmals seit Jahren die Verwaltung wieder dezentralisiert wird. „Das Landesumweltamt etwa können wir uns sehr gut beim Landkreis vorstellen“, sagte Reinhard Jung. „Beim Denkmalschutz geht das ja auch.“ Wie es nicht laufen sollte, zeige sich derzeit beim Wegzug des staatlichen Schulamtes.


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