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05.05.2008, 15:48 Uhr
Ein Newcomer startet durch
Gordon Hoffmann erweckte die Junge Union zu neuem Leben
In einer neuen Serie werden in der Tageszeitung „Der Prignitzer“ die politischen Jugendorganisationen der Region vorgestellt. Diesmal spricht der Kreisvorsitzende der Jungen Union Prignitz. Gordon Hoffmann, über die Entwicklungen in der Prignitz.
Vor knapp drei Jahren waren Sie politisch völlig unbekannt. Mittlerweile sind Sie nicht nur Chef der Jungen Union Prignitz, sondern auch stellvertretender Kreisvorsitzender. Gordon Hoffmann – ein typischer Senkrechtstarter?

Ich selbst bezeichne mich nicht so, aber es ist richtig. Erst seit wenigen Jahren interessierte ich mich überhaupt für Politik und engagiere mich.

Was trieb Sie in die Politik?

Während meiner Bundeswehrzeit im Kosovo hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Mit meinem Beifahrer führte ich politische Diskussionen und es nervte mich, dass er ständig mehr wusste, als ich und beschloss, dies zu ändern.

Was bedeutete das in der Praxis?

Ich begann ’Der Spiegel’ zu lesen, entwickelte mich zum leidenschaftlichen Phönix-Zuschauer. Fortan verfolgte ich politische Diskussionen sehr aufmerksam. Schließlich waren es Freunde und Verwandte die eines Tages zu mir sagten: ’Mach doch mal selbst etwas.’

Und Sie traten in die CDU ein.

Ja, eine große Volkspartei sollte es sein, denn ich suchte eine Kraft zum Gestalten. Die CDU hat mir am meisten zugesagt. Der Leipziger Parteitag 2003 verbreitete eine Aufbruchstimmung, der ich mich nicht länger entziehen konnte. 2004 trat ich mit 26 Jahren in die Partei ein.

Da waren Sie sicher einer der Jüngsten. Was war das für ein Gefühl?

Ich wurde mit offenen Armen empfangen, trotz meiner geringen politischen Erfahrung. Ich wurde stets mit einbezogen, egal ob es um Stadt-, Kreis- oder Landespolitik ging.

Aber das war Ihnen nicht genug, Sie wollten mehr Verantwortung?

Ohne Mandat hatte ich keinen konkreten Aufgabenbereich und das wollte ich in der Tat ändern. Ich begann mich für die Junge Union Prignitz zu interessieren.

Was war Ihr erster Eindruck?

Dass sie nur noch auf dem Papier existierte, aber nicht in der Praxis. Viele der registrierten Mitglieder lebten gar nicht mehr in der Prignitz oder waren längst nicht mehr politisch aktiv. Am 13. Juni 2005 gründeten wir uns neu.

Wie viele Mitglieder zählt die Jugendorganisation heute?

Wir begannen mit neun Mitstreitern, heute sind es 35, darunter ein harter Kern von etwa 20 Leuten. Die sechs jüngsten Mitglieder kamen von ganz allein zu uns ohne jegliche Mundpropaganda. Für mich ist das ein deutliches Zeichen, dass wir durch unsere Arbeit Aufmerksamkeit erregen.

Verraten Sie bitte einige Beispiele.

Unsere gut gestaltete Homepage. Das Internet ist heute nun mal das wichtigste Medium. Dann unsere Aktionen. Ich denke an das Verteilen von Kondomen zum Weltaidstag oder unsere kürzliche Blutspende: ’Schwarze geben Rotes’. Wenn man interessante Themen jugendgerecht verpackt, hat man weniger Nachwuchssorgen. Nicht zu vergessen die gute Stimmung in unseren Reihen. Wir pflegen einen offenen Umgang, jeder ist willkommen.

Sie machen nicht den Eindruck, sich auf den bisherigen Erfolgen ausruhen zu wollen. Wie lauten die nächsten Ziele?

Von Ausruhen kann keine Rede sein. Die Kommunalwahlen stehen vor der Tür. Als Junge Union streben wir mindestens zehn Mandate in kommunalen Parlamenten an. Ich persönlich kandidiere für den Kreistag. Parallel läuft landesweit die Aktion ’100 junge Köpfe für Brandenburg’. Von allen Jugendorganisationen des Landes wollen wir mit der Zahl unserer Mandate die zweitstärkste Gruppe werden.

Falls Sie in den Kreistag gewählt werden, sehen Sie Ihre Aufgabe...

... in einer Lobbypolitik für Wittenberge. Und dazu gehört ganz klar der Erhalt des Gymnasiums. Kompromisse, die einseitig zu Lasten der Stadt gehen, trage ich nicht mit.

Mit Verlaub Herr Hoffmann, als Kreistagsabgeordneter sollen Sie die Interessen des Kreises vertreten. Ihre Formulierung klingt eher nach einen verlängerten Arm des Stadtparlamentes.

Zunächst bin ich meinem Wahlkreis gegenüber verpflichtet und das ist Wittenberge. Aber ich werde sicher nicht betriebsblind sein. Sachliche Argumente können mich überzeugen, ich versuche andere mit sachlichen Argumenten zu überzeugen.

Die CDU stellt mit Hans Lange den Landrat, verfügt zahlenmäßig über eine starke Kreistagsfraktion. Wie beurteilen Sie die CDU auf Kreisebene?

Auf keinem Fall haben wir Nachwuchssorgen. Vier Mitglieder der Jungen Union wurden im Dezember in den Kreisvorstand gewählt. Das wird sich in der künftigen Arbeit bemerkbar machen. Ich denke, dass ist ein Erfolg unserer Arbeit, den auch die anderen Parteien mittlerweile sehen.

Und die CDU im Kleinen, in Ihrem Heimatort Wittenberge?

Greifbare Sachpolitik bestimmt die Praxis im Kommunalen. Der strukturelle Wandel in der Stadt ist nicht weg zu diskutieren. Ein ’den wollen wir nicht’, hilft uns dabei nicht. Wir benötigen Konzepte, wie das Schrumpfen zu organisieren ist. Diese würde ich gerne mitgestalten, gerade unter dem sozialen Aspekt. Sozusagen als Verbindung zu meinem Studium. Ansonsten gilt es, die Interessen der Stadt offensiv auf Landesebene zu vertreten.

Eingangs erwähnten Sie den Leipziger Parteitag. Was blieb von der damaligen Aufbruchstimmung?

Grundlegende Reformen sind leider ausgeblieben, auch bedingt durch Wahlergebnisse. Die Koalition mit der SPD ist mehr eine Notwendigkeit, als ein Wunsch. Ich bin schon ein Stück enttäuscht, dass wir von unserer klaren Linie abgewichen sind.

Besitzt die CDU eine Sozialkompetenz?

Zweifellos, aber bisher stellt sie diese zu wenig in den Vordergrund. Aber wir sind auf einem guten Weg, gerade in den neuen Bundesländern. Es gelingt uns zunehmend besser, unsere Vorstellungen von Sozialpolitik gleichberechtigt neben der Sicherheits- und Wirtschaftspolitik zu vertreten.


In einigen Punkten scheint die CDU gesellschaftliche Veränderungen und Realitäten einfach auszublenden. Zum Beispiel beim Familienbild, wenn es um das Ehegattensplitting geht. Wie stehen Sie dazu?

In der Tat ist das manchmal schwierig. Bei dem von Ihnen genannten Beispiel stehe ich persönlich voll hinter einem Leitantrag der Jungen Union: Abschaffung des Ehegattensplittings, Einführung eines Familiensplitting, dass die veränderten familären Lebensformen berücksichtigt.

Blicken Sie bitte abschließend einmal in Ihre politische Zukunft.

Mit Sicherheit will ich der Politik erhalten bleiben. Ich schließe nichts aus, aber in der Politik ist man wie auf hoher See in Gottes Hand. Man weiß nie, wohin es einen treibt.
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