Presse
21.09.2017, 14:13 Uhr | Der Prignitzer 21.9.2017 / Torsten Gottschalk
Viel erreicht, aber noch Luft nach oben
Arbeitsgruppe „Rettet den Rudower See“ zog nach einem Jahr Bilanz
LENZEN Nach einem Jahr des Engagements haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe (AG) „Rettet den Rudower See“ kürzlich eine durchwachsene
Bilanzgezogen.„Wirhabenviele Gespräche mit Behörden geführt, die Politik wachgerüttelt und kleine Erfolge erzielt“, sagte AG-Sprecher Ralf Behrens
im gutbesuchten Nebensaal des Schützenhauses Lenzen. Er gab zu, dass man sich mehr erhofft habe. Laut Behrens sei die Zusammenarbeit mit der Stadt Lenzen und dem Amt Lenzen-Elbtalaue nach wie vor stark verbesserungswürdig. So haben die Stadtvertreter zwar einen eigenen Arbeitskreis gebildet, ein Austausch mit den Bürgern findet aber nicht statt. „Wir machen die Öffentlichkeitsarbeit, doch die Stadt hält sich bedeckt.
Sie muss sich aber positionieren und das Land für die den See betreffenden Schäden gerade stehen.“ Doch während sich die eingeladenen Vertreter von Landkreis und Umweltbehörden der Diskussion im Schützenhaus stellten, folgten lediglich drei Lenzener Stadtverordnete der Einladung. Vertreter des Amtes „glänzten“ durch Abwesenheit. „Dabei sollten wir die Rettung des Rudower Sees als gemeinsames Objekt sehen. Wir müssen ja nicht immer einer Meinung sein, aber das Ziel gemeinsam verfolgen.“ Amtsdirektor Harald
Ziegeler erklärte diesen Umstand mit der engen Terminlage, u.a. zur Vorbereitung der Bundestagswahl. „Wir sehen uns außerdem mit den Vertretern der AG regelmäßig bei Arbeitstreffen“, so Ziegeler. Die AG gründete sich, als im Sommer dieses Jahres die Behörden nach starker Blaualgenbelastung und massenhaftem Fischsterben ein wochenlanges
Badeverbot für den Rudower See verhängten. Ziel der AG ist eine nachhaltige Verbesserung der Wasserqualität durch geeignete Maßnahmen. Als positiv betrachtet die Lenzener AG die vergangenen Arbeitstreffen bezüglich des Sees mit Vertretern von Landesumweltamt, Landkreis und des Amtes Lenzen-Elbtalaue unter der Leitung der Biosphärenreservatsverwaltung „Flusslandschaft Elbe“ in Wittenberge. Karl-Heinz Hundertmark berichtete,
dass die Petition zur Unterstützung des Vorhabens „Rettet den Rudower See“ in wenigen Wochen fast 2000 Unterstützer fand und mittlerweile auch an Brandenburgs Agrar und Umweltminister Jörg Vogelsänger übergeben wurde.
Ausdrücklich lobte er auch das Engagement der Prignitzer Landtagsabgeordneten Thomas Domres (Die Linke) oder Gordon Hoffmann (CDU), die „uns Türen geöffneten haben.“ Und die BVB/Freie Wähler-Fraktion, die auf gleich zwei Pressekonferenzen auch überregionale Journalisten für das
Problem sensibilisierte. Ende September wird der Rudower See Thema einer Debatte im Potsdamer Landtag sein. Wie Hundertmark weiter mitteilte, hat der Naturschutzfonds jüngst 70 000 Euro zur Verfügung gestellt, mit dem weitere
Erprobungen des Gewässers finanziert werden sollen.
Denn nach wie vor gelangen große Mengen von Phosphaten aus dem vor Jahren mit großem finanziellen Aufwand renaturierten Rambower Moor durch
den Nausdorfer Kanal in den mit 167 Hektar Fläche größten See der Prignitz. Die negativen Auswirkungen der Wiedervernässung des Moores auf den
Rudower See wurden kaum beachtet. Das Moor, aus dem nach Ansicht von Experten 90 Prozent der Nährstoffeinträge stammen, gilt als Hauptbelastungsquelle der Verunreinigung. „Wenn der Oberlieger, und das ist das Rambower Moor, einen Schaden verursacht, kann der Unterlieger nicht dafür gerade stehen. Ich finde es schade, dass der See so im Stich gelassen wird“, richtete etwa Einwohner Georg Grünberg kritische Worte in Richtung Landesbehörden. Eine schnelle Lösung des Problems scheint nicht in Sicht. Klartext redete Walter Jahnke, der als Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Untere Elde mit Sitz in Ludwigslust als Fachmann im Kreis der AG gilt. „Das Problem Rudower See ist ein Generationenproblem. Wir reden nicht gegen das Moor, sondern wollen ein intaktes Moor. Doch dafür muss das Land Brandenburg etwas tun und ist in der Pflicht. Gutachten und Messungen gibt es schon genug. Wir brauchen Konzepte und Zwischenlösungen.“ Als „Diskussionsgrundlage“ zur Sanierung
des Einzugsgebietes und Restaurierung des Sees soll deshalb ein Zehn-Punkte-Plan der Lenzener Arbeitsgruppe, den diese den Behörden von Stadt und Land bereits im Januar übergeben hat, dienen. Hauptforderungen sind neben der Grundsanierung des Sees auch die Instandsetzung des über fünf Kilometer langen und momentan stark verwilderten Nausdorfer Kanals als Verbindungsglied zwischen Moor und See. Torsten Gottschalk
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