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04.05.2015, 10:07 Uhr | Der Prignitzer 2.5.2015 / Hanno Taufenbach
Stippvisite in einem Land ohne Bürgerinitiativen
Gordon Hoffmann besuchte Argentinien, traf Schüler und Kommunalpolitiker zu einem Erfahrungsaustausch Prignitz

Bürgerinitiativen sind in Argentinien unbekannt. Auch freiwillige Feuerwehren kennt man in dem südamerikanischen Land nicht. Und Kommunalpolitiker arbeiten ebenfalls nicht ehrenamtlich, sondern ab einer Stadtgröße von 10 000 Einwohnern bekommen sie monatlich ein ansehnliches Salär. Der Prignitzer CDU-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann ist auch zwei Wochen nach seiner Rückkehr aus Argentinien noch immer beeindruckt von den dortigen Erfahrungen.

Über die Konrad Adenauer Stiftung (KAS) reiste er in das Land, welches acht Mal so groß wie Deutschland ist, aber nur 40 Millionen Einwohner hat, davon leben allein 15 Millionen in der Hauptstadt Buenos Aires.

Ein paar nette Urlaubstage am Rio de la Plata sehen anders aus. Hoffmann winkt müde ab. 14 Stunden dauert der Flug, vier Tage waren voll gepresst mit Konferenzen. Diskussionen und Schulbesuchen. Zeit für Sehenswürdigkeiten und den Naturschönheiten des Landes blieb da nicht, sagt er. „Aber es hat mich interessiert und so eine Reise erweitert immer den eigenen Horizont.“

Im Kern ging es um die Zivilgesellschaft, für deren Aufbau sich die KAS engagiere. Während in Deutschland kaum noch etwas ohne Ehrenamt überleben kann, jeder Sport- oder Kulturverein auf das Engagement der Freiwilligen angewiesen ist, kennt man dieses Modell in Argentinien noch fast gar nicht, sagt Hoffmann.

Umgekehrt waren die Gastgeber irritiert, wie stark sich in Deutschland Bürger in die Politik einmischen. Ob Schweinemastanlage, Windrad, Stromtrasse, oder Biogasanlage – stets reden Bürger kritisch mit, bilden sich Bürgerinitiativen, die gegen solche Projekte vorgehen. „Die individuellen Interessen sind bei uns stark in den Mittelpunkt gerückt“, sagt Hoffmann und in diesem Ausmaß sei das eine durchaus kritische Entwicklung.

Die Argentinier hätten solche Beispiele meist mit nur einem Satz kommentiert: „Eure Probleme hätten wir gern.“ In ihrem Land liegt die Inflation bei 30 Prozent, rückt der zweite Staatsbankrott binnen kurzer Zeit in greifbare Nähe.

Beteiligungsrechte der Bürger sind eingeschränkt und die unternehmerische Freiheit ist so sehr beschnitten, dass selbst internationale Großkonzerne das Land meiden, fasst Hoffmann zusammen.

Beeindruckend fand er, wie sich junge Menschen politisch engagieren, sich im Wahlkampf einmischen, selbst wenn dieser maßgeblich durch den jeweiligen Parteichef dominiert werde. „Davon können wir lernen“, meint Hoffmann mit Blick auf diese hiesige Politikverdrossenheit.

Besonders interessant fand er den Besuch einer deutschen Schule und die dortige Diskussion über den demographischen Wandel in Brandenburg. Die Schüler seien so gut vorbereitet gewesen, wie es er bei Prignitzer Schulklassen manchmal nicht erlebt habe.

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