Pressearchiv
04.09.2015, 09:37 Uhr | Der Prignitzer 4.9.2015 / Hanno Taufenbach
Parteien ringen um Nachwuchs
CDU, Linke, SPD legen Zahlen offen und verraten Konzepte, Ideen, Strategien
PRIGNITZ Schulen bangen um ihre Klassen, Vereine plagen
Nachwuchssorgen. Die Region ist im Würgegriff des demografischen Wandels. Davon betroffen sind auch die Parteien. Erschwerend hinzu kommt, dass diese bundesweit rückläufige Mitgliederzahlen haben. Wie sieht es konkret aus, welche Antworten haben die Prignitzer Parteien darauf? 

SPD: konstant 

Am 31. Juli hatte die SPD 129 Mitglieder. Von einem Rückgang mag ihr stellvertretender Vorsitzender Malte Hübner-Berger nicht sprechen:
„Unsere Mitgliederentwicklung kann man trotz der Altersstruktur der Region
und der Mitgliederschaft erfreulicherweise als konstant bzw. sogar leicht wachsend bezeichnen“, sagt er. Seit dem Jahresbeginn 2012 konnte die SPD Mitglieder hinzugewinnen. Dabei seien Zu- und Wegzüge berücksichtigt. „Insgesamt gab es in diesem Zeitraum 20 Beitritte. Die Hälfte davon ist jünger als 26, acht Mitglieder sogar unter 19 Jahren. Im gleichen Zeitraum gab es elf Austritte und sieben Mitglieder sind verstorben. Diese gute Tendenz sei kein Zufall. „Wir haben schon seit langer Zeit einen Mitgliederbeauftragten, der neben dem Geschäftsführer dafür sorgt, dass bei Eintrittserklärungen eine zügige Entscheidung über die Mitgliedschaft
stattfindet und dass die Neumitglieder in den Ortsvereinen vernünftig aufgenommen werden“, sagt Hübner-Berger. Die Erklärung der Mitgliedschaft bei der SPD könne auch auf elektronischem Wege erfolgen. Gerade die jüngeren Neumitglieder nutzen diese Möglichkeit.
Der SPD-Ortsverein Perleberg habe ein Neumitglied, das 16 Jahre alt ist und im Alter von 15 Jahren den Beitritt zur SPD erklärt habe. Der Schüler engagiere sich aktiv in der Betreuung eines Flüchtlings aus Syrien. So
unterrichte er ihn in der deutschen Sprache und leiste Hilfe bei der Beantragung von Leistungen. Noch einen dritten Grund nennt Hübner-Berger: die SPD-Nachbarschaftskampagne. Diese gibt es seit einem Jahr. „Dadurch kommen wir wieder stärker mit den Menschen in den Nachbarschaften und den Gemeinden ins Gespräch, um zu sehen, wo im Alltag der Schuh drückt, und wie diese Probleme gemeinsam gelöst werden
können“, sagt er. Die Bürger sollen für das gemeinsame „Anpacken“ gewonnen werden, um das Leben im Viertel oder im Dorf ganz konkret zu verbessern. „Wir kommen stärker mit Bürgerinitiativen und Vereinen in Kontakt, werben um politisches Engagement.“ Ein wichtiges Ziel der Kampagne sei die Gewinnung von neuen Mitgliedern, auch um die Partei wieder besser in den Gemeinden und Stadtteilen zu verankern. In Perleberg unterstützten sie den Kleingartenverein „Quitzower Straße“ bei einem
Begrüßungsfest für Flüchtlinge. „Darüber hinaus engagieren wir uns in der
Flüchtlingshilfe mit dem Projekt Sprachtandem und der Berufsberatung“, zählt Hübner-Berger auf. Parallel dazu gehe die SPD auf die anderen demokratischen Parteien zu. Ziel sei eine gemeinsame Veranstaltungsreihe
„Forum Prignitz 2025“, bei der Bürger mit Entscheidern aus Wirtschaft,
Kultur und Politik und dem sozialen Bereich, Ziele für die Entwicklung der Region diskutieren werden.
 
CDU: leichtes Minus
 
Die Mitgliederentwicklung ist leicht rückläufig. 2010 gab es 280 Mitglieder, aktuell sind es 251, informiert der Kreisvorsitzende Gordon Hoffmann. Leichte Zuwächse verzeichnen die Altersgruppen 30 bis 39 und 40 bis
49 Jahre. Sie kommen zusammen auf 54 Mitglieder. Die mit Abstand stärksten Altersgruppen sind 60 bis 69 und älter als 70. Sie zusammen machen 55 Prozent aller Mitglieder aus. „Wir sind noch nicht am Ziel“, räumt Hoffmann ein. Ein Patentrezept habe er nicht. Zwar seien aus der Jungen
Union viele Jüngere eingetreten, aber Hoffmann weiß, dass dies nicht reicht:
„Wir müssen jünger und weiblicher werden.“ Schnuppermitgliedschaft,
offene Veranstaltungen, Online- Eintritte – damit will sich die CDU öffnen. „Wir müssen die jungen Mitglieder aber auch stärker in unsere Arbeit mit einbeziehen, den Kontakt zu ihnen halten“, sagt Gordon Hoffmann.
 
Linke: leichter Rückgang
 
135 Mitglieder, knapp die Hälfte davon ist älter als 65 Jahre. „Trotz Neuaufnahmen haben wir einen Rückgang, wir können die Sterbefälle
nicht kompensieren“, sagt der Linken-Vorsitzende Thomas Domres. Eine gute Arbeit der Abgeordneten sei wichtig, um die Partei attraktiv zu machen.
Junge Leute zu gewinnen, sei schwer. „Sobald sie studieren, gehen sie weg“, nennt Domres ein bekanntes Problem. Um so mehr müsse sich die Linke außerparlamentarisch engagieren. „Indem wir zum Beispiel Bürgerinitiativen unterstützen.“ Seit Jahren dürfen Parteilose für die Linke kandidieren, Mandate wahrnehmen, auch Führungsaufgaben wie die Fraktionsspitze. „Das hat sich bewährt“, sagt Domres. Einen Automatismus, dass sie früher oder später in die Partei eintreten, gebe es jedoch nicht. Dennoch sei ihre Erfahrung für die Linke wichtig. Lust auf die Linke will
Domres mit Führungen im Landtag, mit Praktikumsplätzen in Fraktion und Landesregierung machen. „Wer daran Interesse hat, kann mich ansprechen.“
 
Hanno Taufenbach
CDU Deutschlands CDU-Mitgliedernetz Online spenden Deutscher Bundestag
Angela Merkel CDU.TV Newsletter CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Hermann Gröhe Angela Merkel bei Facebook Hermann Gröhe bei Facebook
© CDU - Kreisverband Prignitz  | Startseite | Impressum | Kontakt | Inhaltsverzeichnis | Realisation: Sharkness Media | 0.26 sec. | 16525 Besucher