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06.04.2017, 09:21 Uhr | Der Prignitzer 6.4.2017 / Hanno Taufenbach
„Ich kann Tacheles reden“
Hubert Mackel ist der neue Mann an der Spitze der CDU-Kreistagsfraktion / Im Interview spricht er über Finanzen, Kreisreform und junge Politikergeneration
PRIGNITZ Im Herbst beginnen die Verhandlungen über den neuen Kreishaushalt und über eine Senkung der Kreisumlage. Die geplante Kreisgebietsreform fordert die Abgeordneten, und am Horizont schimmern die Kommunalwahlen im Frühjahr 2019. In dieser bewegten Zeit übernimmt
Hubert Mackel die Führung der CDU-Kreistagsfraktion. Er tritt die Nachfolge
vom zurückgetretenen Andreas Giske an. Redakteur Hanno Taufenbach
sprach mit ihm über seine Ziele.
 
Herr Mackel, wir kennen Sie als eher stilles Mitglied aus den Kreistagssitzungen, sahen Sie bisher nicht am Rednerpult. Aber jetzt
stehen Sie an der Spitze der größten Fraktion.
 
Hubert Mackel: Täuschen Sie sich nicht, ich kann Tacheles reden. Aber es stimmt, ich dränge mich nicht in die Öffentlichkeit, bin eher ein Mann der zweiten Reihe. Damit ist es jetzt vorbei. Ich bedaure und respektiere
gleichermaßen die Entscheidung meines Vorgängers, sich aus persönlichen Gründen zurückzuziehen. Zur entscheidenden Fraktionssitzung bin ich mit guten Vorschlägen für geeignete Nachfolger gefahren. Die Fraktion aber wollte mich, ich habe die Wahl angenommen.
 
Wie schätzen Sie die Situation der Fraktion ein?
 
Wir sind personell und fachlich gut aufgestellt. Ich selbst bringe als langjähriger Bauamtsleiter von Wittenberge Erfahrung aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft mit. Das war mit ein Grund dafür, mich vom Vorsitz
überzeugen zu lassen.

Andreas Giske war Mitglied in mehreren Ausschüssen. Wer werden seine
Nachfolger?
 
Das wird die Fraktion auf einer Sondersitzung am 8. Mai entscheiden. Es geht um drei Neubesetzungen, mit allen Kandidaten werde ich persönlich
sprechen.
 
Wo setzen Sie Schwerpunkte in der politischen Arbeit?
 
Bürokratieabbau, Kreisgebietsreform, Haushaltskonsolidierung.

Sie persönlich und Ihre Partei lehnen die Kreisgebietsreform ab. Haben Sie tatsächlich Hoffnung, das Vorhaben stoppen zu können?
 
In Sachen Ablehnung haben wir sehr klar Position bezogen. Ich bin überzeugt, dass die Reform nicht so kommen wird, wie sie angedacht war.
Die 130 000 Unterschriften der Volksinitiative dagegen haben etwas bewirkt und mit Hans Lange an der Spitze wurde die Aktion professionell aufgebaut.
 
Wo sehen Sie Spielräume?
 
Bei der angedachten Einwohnerzahl von 175 000 pro Kreis und der Mindestgröße von 5000 Quadratkilometern. Persönlich hätte ich im Falle einer Reform die Anbindung finanzschwacher Regionen an die starken, berlinnahen Kreise bevorzugt. Aber dieses Model hat die Regierung
verworfen, deshalb muss es einen finanziellen Ausgleich für die ärmeren
Kreise geben.

Der Kreishaushalt hat sich stabilisiert, im Herbst beginnen die Beratungen für 
den Etat 2018/19. Sehen Sie Spielräume für eine Senkung der Kreisumlage?
 
Ich werde keine Zahl nennen. Warten wir ab, welchen Entwurf die Verwaltung vorlegen wird. Diesen werden wir in der Fraktion und mit unseren Fachleuten beraten, erst dann zu einer möglichen Senkung der Kreisumlage Stellung nehmen. Unstrittig ist, dass die Umlage von 48 Prozent die Kommunen stark
belastet.
 
Im Frühjahr 2019 wird ein neuer Kreistag gewählt. Bei der letzten Wahl lag das Durchschnittsalter bei 57 Jahren. Rechnen Sie mit einer Verjüngung?
 
Ja, es wird einen Generationswechsel geben.
 
Ist Ihre Partei darauf vorbereitet?

Das sind wir. Wir haben uns gut aufgestellt, haben junge Politiker mit viel Talent in unseren Reihen.
 
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