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11.08.2014, 10:26 Uhr | Märkische Allgemeine Zeitung 11.8.2014 / Torsten Gellner
Zu wenig Klassen für Begabte: CDU wirft Rot-Rot Versagen vor
Für hochbegabte Schüler gibt es zu wenig Angebote. Linke und Grüne für breitere Förderung.
Potsdam – Sie waren eine Reaktion auf den Bildungsschock, den die erste Pisa-Studie im Jahr 2001 in Brandenburg ausgelöst hat: Mit der Einrichtung von Leistungs-und Begabungsklassen reagierte die damalige Große Koalition aus SPD und CDU auf die Bildungsmisere. Seit ihrer Einführung im Schuljahr 2007/08 sind die Klassen für besonders begabte Kinder
ein politischer Zankapfel. Und nun kocht das Thema im Landtagswahlkampf
wieder hoch. Obwohl die Nachfrage nach den Spezialklassen groß ist, gibt es deutlich zu wenige Plätze für die Schüler. Etwa jedes dritte besonders
talentierte Kind bekam im vergangenen Schuljahr keinen Platz in solchen Klassen, wie aus einer Antwort von Bildungsministerin Martina Münch (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion hervorgeht. Danach erfüllten 1271 Schüler die Anforderungen, 409 von ihnen konnten aber nicht in einer sogenannten Leistungs- und Begabungsklasse aufgenommen werden. Im kommenden Schuljahr sieht es nicht besser aus: 1252 Kinder
sind für die Sonderklassen angemeldet und bestanden die Tests – aufgenommen werden nur 887. Der CDU-Bildungsexperte Gordon
Hoffmann spricht von einem „Armutszeugnis“ für die rot-rote Landesregierung: „Die hohe Nachfrage und Akzeptanz der Leistungs-
und Begabungsklassen ist seit Jahren bekannt, aber das Land weigert sich, die Förderung auszuweiten“, sagt er. Die Begabungsklassen gibt es an 35 Schulstandorten – eine Begrenzung, die seinerzeit die SPD durchgesetzt hat.
„Dieses Angebot geht an der Realität vorbei“, klagt Hoffmann. „Wir fordern ganz klar eine Ausweitung.“ Auch die oppositionelle FDP hält mehr Begabungsklassen im Land für dringend geboten.
Die Landesregierung aber sperrt sich. Wenn es nach den mitregierenden
Linken ginge, würden die Spezialklassen auslaufen. „Damit erreicht man nur Kinder aus bildungsnahen Häusern“, sagte Bildungsexpertin Gerrit Große (Linke). Schüler, die nicht von Hause aus eine gute Vorbildung mitbringen
und nicht von ihren Eltern gefördert werden, blieben auf der Strecke. „Das
System verstärkt die Bildungsauslese“, so Große. Sie verweist auf ihren Heimatlandkreis Oberhavel, wo es keine Spezialklassen gibt. „Wir setzen stärker auf individuelle Förderung, um alle Kinder zu erreichen. Das
funktioniert wunderbar.“ Es hätten sich jedenfalls noch keine Eltern in Oberhavel darüber beklagt, dass es die besonderen Förderklassen dort nicht gibt. Auch die Grünen sehen die Förderinseln für Begabte kritisch und
fordern ihre Abschaffung. „Leistungsstarke Schüler werden in der fünften Klasse separiert, damit erodiert das System der sechsjährigen
Grundschule“, sagt die bildungspolitische Sprecherin Marie Luise von Halem. Statt früher Selektion sollten alle Kinder individuell gefördert werden und lange gemeinsam lernen. Eine Evaluation der Leistungs- und
Begabungsklassen sollte längst vorliegen und wurde vom Bildungsministerium verschoben. Für Marie Luise von Halem ist das
kein Zufall: „Die Landesregierung will das Thema offensichtlich aus dem Wahlkampf heraushalten“, sagt sie. So ganz gelungen ist das nicht.
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